Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Apri 2008


Die letzte grüne Oase ...


Auf große Resonanz ist am Donnerstagabend eine Informationsveranstaltung der Stadt zur Bebauung der sogenannten Amiwiese gestoßen. Mehr als 200 Bürger folgten der Einladung in das Heilsberger Bürgerhaus, um sich von Bürgermeister Thomas Stöhr, dem neuen Bauamtsleiter Erik Schacher (beide CDU), der Stadtplanerin Anja-Kristina Mann vom Friedberger Architekturbüro BLFP Frielinghaus Architekten und dem Verkehrsplaner Rüdiger Storost (IMB Plan) die ersten Entwürfe für die Bebauung erläutern zu lassen. Zahlreiche Bürger nutzten die Chance, mehr als drei Stunden lang Anregungen und Kritik an dem Projekt vorzutragen, gegen das sich inzwischen mehr als 1800 Bürger ausgesprochen haben.

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Kritik äußerte auch Uwe Wittstock vom Verein „Rettet die Amiwiese". Wittstock sagte, die „Amiwiese" habe sich zum „sozialen Treffpunkt" des Ortes entwickelt. Er halte es für falsch, wenn die rund 5500 Heilsberger Bürger nach der schon erfolgten baulichen Verdichtung der Siedlung in den vergangenen Jahren nun „das Herz ihres Ortsteils" verlören. Damit drohe „die letzte grüne Oase auf dem Heilsberg verlorenzugehen". Andere Bürger bemängelten, dass sie nicht erkennen könnten, dass sich mit der Bebauung die Lebensqualität auf dem Heilsberg verbessere. Der 47 Jahre alte Volker Pech sagte, sollten die Pläne realisiert werden, werde den Bürgern „das letzte Stückchen Freiheit" genommen.


Zitate aus dem Artikel der FAZ vom 26.04.2008


Leserbrief

Unzumutbar
Zu „Die letzte grüne Oase am : Heilsberg" (F.A.Z. vom 26. April 2008)

Als langjähriger Abonnent Ihrer sehr geschätzten Zeitung möchte ich mich auf diesem Wege herzlichst für Ihre Berichterstattung zur Bebauung der sogenannten „ Amiwiese" auf dem Bad Vilbeler Heilsberg bedanken. Um es noch mal kurz in Zahlen auszudrücken: es sollen nur knapp sieben Prozent der bisherigen Grünfläche von 82000 Quadratmeter übrigbleiben. Gleichzeitig, und dies ging in der Berichterstattung leider völlig unter, soll sich die Verkehrsbelastung der angrenzenden Carl-Schurz-Siedlung durch das Bauvorhaben drastisch auf das Siebenfache erhöhen.

Nach dem "Gutachten des Verkehrsplaners Prof. Storost sollen aufgrund der Straßenverlängerung in das Neubaugebiet sowie des Anschlusses an den hinteren Heilsberg künftig täglich 3500 statt 500 Fahrzeuge durch die ehemalige Offizierssiedlung der US-Streitkräfte rollen. Und dies, obwohl seitens der Politik immer wieder auf den speziellen Charakter der Siedlung hingewiesen wurde und schließlich in einer speziellen Satzung für alle dort wohnenden Bürger gipfelte. Und nun scheint dies alles vor dem Hintergrund enormer Geldsummen, die Bad Vilbel durch den Verkauf der Grünfläche einzunehmen gedenkt, nicht mehr zu gelten. Bedingt durch die spezielle Grundstücks- und Baugestaltung der Amerikaner, sind die Gründstücke vieler Anwohner - in einer Entfernung von maximal zwei Metern - ausschließlich zur geplanten Durchgangsstraße hin gerichtet. Daher besteht für uns keinerlei Möglichkeit, dem Lärm von 3500 Fahrzeugen täglich zu entgehen. Mit Blick auf die politisch Verantwortlichen bleibt daher nur zu konstatieren, dass ich mir den Begriff „Volksvertreter" einmal anders vorgestellt hatte. [Der Leserbrief von Jürgen Pfaff, Bad Vilbel ist in der FAZ vom 7. Mai 2008 erschienen]


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